Aktuelles aus dem LAV Erdenwerk

LAV Aktuell – Gartentipps Juni

Der Garten im Juni - Was ist zu tun?

Der Sommer steht vor der Tür und damit auch heiße Tage. Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein verlangt unser Gartenparadies besonders viel Aufmerksamkeit. Schneiden, Wässern, Ernten und Vermehren – die anfallenden Arbeiten sind vielfältig.

 

Boden bedecken und Wasser sparen

Wichtig ist jetzt, den Boden auf die kommende Hitzeperiode vorzubereiten, damit dieser nicht austrocknet. Am besten mulchen wir den Boden je nach Bedarf mit Heu, Stroh, Grasschnitt, Lava oder Rindenmulch. Auch im Beet sparen wir durch die Bodenbedeckung erhebliche Wassermengen und verhindern das Wachstum von unerwünschtem Beikraut. Obstbäume erfreuen uns durch regelmäßiges Gießen mit großen Früchten – ein Apfelbaum benötigt für ausgiebige Fruchtbildung etwa 40 Liter Wasser in der Woche.

Paprika
Apfelbaum

Obst-, Kräuter- und Gemüsegarten

Während viele Obst- und Gemüsepflanzen noch in der Blüte stehen laden andere bereits zur Selbstversorger-Ernte ein. Damit der Ertrag weiterhin reichhaltig ist sollten nun Geiztriebe entfernt und das Blattwerk ausgedünnt werden, um den Pflanzen mehr Kraft für die Fruchtbildung zu gewähren. Für weitere erfolgreiche Ernten können wiederholt Saaten ins Beet ausgebracht werden und die Aussaat für das Herbstgemüse, vor allem diverser Kohlsorten, sollte nun beginnen.

Bei zu viel Fruchtmasse an Obstbäumen wie Apfel oder Birne sollten diese ausgedünnt werden. Hiermit erhalten die Bäume genug Energie um mit weniger Aufwand alle verbliebenen Früchte ausreichend zu versorgen. Nach der Ernte ist es an der Zeit, die Obstbäume und -sträucher zu verschneiden.

Damit die Ernte von mehrfach tragenden Pflanzen wie Erdbeeren oder auch dem Anbau im kommenden Jahr üppig ausfällt kann der Boden mit organischem Düngemittel, z.B. Grünkompost, aufgelockert werden.

 

Erden & Substrate

Blütensträucher, darunter auch viele Beerensträucher, lassen sich per Steckholz hervorragend im Staudensubstrat vermehren.

Für einen intensiven Geschmack in der heimischen Küche sollten Kräuter vor ihrer Blüte geerntet werden. Damit Kräuter nicht von unten her verkahlen lohnt sich ein Rückschnitt. Zweijährige Gartenkräuter könne im Juni ausgesät werden.

Ziergarten und Hecken

Der Garten erstrahlt derzeit in allen Farben. Für ein Blütenmeer bis in den Herbst und auch im kommenden Jahr können Samen ein- und zweijähriger Stauden ausgebracht werden. Nach der Blüte von Halbsträuchern und Polsterstauden sollten diese um ein Drittel gekürzt werden, um ein kompaktes Wachstum zu fördern.

Auch unsere Frühblüher haben für das kommende Jahr nun genug Energie getankt. Welkes Laub kann jetzt entfernt und Blumenzwiebeln trocken eingelagert werden.

Das Wachstum der meisten Sträucher ist für dieses Jahr beendet und sie bilden vermehrt Seitentriebe. Ein guter Anlass, der Hecke einen Formschnitt zu verpassen – immer mit Bedacht von eventueller Brut der Vögel. Wichtig ist der Heckenschnitt auch, um zu verhindern, dass diese zu Bäumen werden (unter anderem Buche oder Ahorn).

Sommerflieder
Mohn

Rasen, Bäume und Ziersträucher

Auch Gras und Beikraut fühlen sich bei ausreichend Feuchtigkeit, Wärme und Sonnenlicht wohl. Um Bäume herum sollte der Rasen daher kurzgehalten werden, um Kragenfäule zu verhindern und dem Baum genügend Nährstoffe und Wasser verfügbar zu halten. Den Aufwand dazu verringert eine Schicht aus Rindenmulch im Bereich von 50 bis 100 cm um den Baum herum. Der Rasen selbst dankt mit üppigem Grün wenn regelmäßig gegossen und gemäht wird.

Nach der Blüte von Ziersträuchern, wie Rose oder Rhododendron, ist es sinnvoll, welke Triebe abzuscheiden und die kompletten Blütenstände zu entfernen, damit die Pflanzen genug Kraft für nächstes Jahr haben und nicht stattdessen in Samenbildung investieren. Zudem fördert der Rückschnitt, beispielsweise bei Rosen, einen Neuastrieb mit erneuter Blüte, und verlängert die Blütezeit der übrigen Blüten.

Sandbiene

Pflanzenschädlinge vermeiden und Nützlinge unterstützen

Bei den warmen Temperaturen fühlen sich aber auch Pflanzenschädlinge sehr wohl. Natürliche Pflanzenschutzmittel helfen meist nicht nur, um Schädlinge zu vertreiben, sondern unterstützen zudem auch die Nützlinge im Garten.

Hierzu gehört unter anderem die ausschließliche Verwendung von organischem Dünger. Diese machen für Insekten, wie beispielsweise Marienkäfer oder Florfliege, die sich an Blattläusen laben, einen wesentlichen Unterschied. Für eine große Artenvielfalt bieten sich ebenfalls Hummel- und Bienen-Nisthilfen an. Viele Insektenarten leben im Boden und so bietet sich ein Sandarium aus Bienensand an, auf dem einerseits insektenfreundliche Pflanzen und Kräuter wachsen und zum anderen Bienen und andere Insekten ein Zuhause bauen können. Eine Trinkstelle, die täglich gereinigt und mit frischem Wasser versorgt wird, ist bei andauernder Hitze nicht nur für Insekten, sondern auch für Vögel essentiell.

Pflanzenschädlinge bekämpfen, Pflanzen stärken

Eine weitere Herausforderung bei herrlichem Frühlingswetter und warmen Temperaturen sind Pilze und Insekten, die die Pflanzen schädigen. Mehltau und Blattläuse sorgen nicht nur für einen unschönen Anblick; sie rauben der Pflanze auch Nährstoffe, was für Obst und Gemüse negative Auswirkungen auf den Ertrag hat.

 

Bodenverbesserer

Was tun? Jede Maßnahme im Garten sollte so gestaltet sein, dass Nützlinge nicht zu Schaden kommen. Daher unterstützt ein Sud aus Ackerschachtelhalm oder Brennnesseljauche die Pflanzen und bekämpft nebenbei noch die Schädlinge, ohne den Nützlingen an den Kragen zu gehen. Befallene Blätter sollten im Hausmüll entfernt werden. Ein naturnaher Garten mit verwilderten Ecken lockt zudem schädlingsfressende Nützlinge, wie Marienkäfer und Florfliegen, an.

Nachdem Beete abgeerntet sind ist eine Gründüngung mit Lupinen, Luzerne, Weißklee und Phazelie sinnvoll, um den Boden aufzulockern und Nährstoffe für Pflanzen und Bodenlebewesen anzureichern. Auch Erbsen und Bohnen dienen als Gründüngung und liefern gleichzeitig Früchte.

Florfliege auf Tulpe