MehrWiDü

Mehr Wirtschaftsdünger in landwirtschaftlichen Biogasanlagen: Abbau der rheologischen und nährstoffseitigen Herausforderungen

Wirtschaftsdünger bezeichnet Düngemittel die in der Landwirtschaftsproduktion als Beiprodukt anfallen, hauptsächlich Gülle und Tiermist. Auf dem Feld ausgebracht sorgen vor allem das darin gebundene Stickstoff, Phosphor und Kalium für eine hohe Nährstoffversorgung. Allerdings bleibt der hohe Anteil an Fasern dabei ungenutzt, und wird mit der Zeit zu Treibhausgasen zersetzt.

Mit dem Projekt „MehrWiDü“ versuchen wir diesen Zersetzungsprozess zu beschleunigen und zu steuern, sodass Biogas als Energiekomponente abgeführt werden kann, bevor die nährstoff-optimierten Fest- und Flüssigkomponenten des Wirtschaftsdüngers gezielt in den organischen Kreislauf der Lebensmittelproduktion zurückgeführt werden. Den nährstoffseitigen und rheologischen Herausforderungen, die bei dem angestrebten Vergärungsprozess im Weg stehen stellt sich unser Team mit drei kritischen Prozesseingriffen:

  1. Biopract entwickelt Enzyme die unsere Fasern aufschließen und damit die rheologischen Eigenschaften (Fließverhalten) des Wirtschaftsdüngers verbessert.
  2. Das DBFZ optimiert die Vergärung und die direkte Verarbeitung derer Produkte. Durch Ausfällung von Struvit, und eine Trennung der festen und flüssigen Phase des vergärten Wirtschaftsdüngers wird der Flüssigdünger an Nährstoffen abgereichert, was dessen Ausbringung aufs Feld erleichtert.
  3. Die mit Nährstoffen angereicherte feste Phase des Gärrests kompostieren wir mit Grünschnitt im Biomeiler, um so die Entstehung von Treibhausgasen zu minimieren und die bei der Hygienisierung entstehende Abwärme effektiv zu nutzen.
  • gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)
  • Förderkennzeichen: 2224NR036C
  • Laufzeit: 2025 – 2027

Verbundpartner:

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH
Biopract GmbH
LAV Erdenwerke GmbH